Zum Waldgarten ☛


Von 2006-2012 bewohnten wir unseren Waldgarten auf einem ca. 1.800 m² großen Grundstück in Südost-Niedersachsen (Lower Saxony, Germany). Der Garten wurde schon als alteingewachsener Waldgarten übernommen und beherbergte auch wenige Obstbäume sowie schöne Rosen. Mehr und mehr verwilderte der Garten, teilweise beabsichtigt (Artenvielfalt/Biodiversität).

Durch frühere Gartenerfahrungen waren wir zu dem Schluß gekommen, die Natur weitgehend "machen" zu lassen und nur da einzugreifen, wo es unumgänglich ist. So wird heute auch kaum noch eine neue Pflanze hinzugekauft sondern geduldig abgewartet, was die Natur zu bieten hat, welche Pflanzen sich von allein einstellen. Bzw.  - soweit nicht geschützt, gebietskonforme Pflanzen aus der Natur geholt, um sie im Waldgarten wachsen zu lassen.

Wann immer in diesem Blog vom "Waldgarten" die Rede ist, war der hintere Garten, der HINTER dem Hause liegt, gemeint, der sich der besseren Vorstellungskraft halber in 3 Teile aufteilt: In den vorderen, mittleren und den hinteren Waldgarten. Der Vorgarten wurde separat behandelt. Ebenso der Terrassenbereich, auch der Bereich 'am Haus'.

Gelegentlich verirrten sich auch seltenere Tiere zu uns. Am prachtvollsten zeigte sich der Waldgarten im Frühling/Frühsommer. Das weitere Jahr über trug er vorwiegend ein grünes Kleid. Ungeziefer bekämpfen wir schon lange nicht mehr sondern setzen auf ein ökologisches Gleichgewicht. Und so war es sehr spannend, von Jahr zu Jahr die Veränderungen zu erleben.
War im Waldgarten anfangs noch Rasen oder Wiese, so wurde diese zum großen Teil durch weite Moosrasen-Flächen verdrängt. So ersparte uns die Natur von ganz allein das lästige Rasenmähen.

Die große Linde hinterm Haus spendete im Sommer Schatten und sollte uns darüber hinaus eigentlich den heilkräftigen Lindenblütentee liefern. Daraus wurde oftmals jedoch wegen starken Ungezieferbefalls leider nichts.

Ähnlich verhielt es mit Wildkräutern wie Giersch, von dem wir lediglich die Blüte entfernten, denn er gibt u.a. ein vorzügliches Wildgemüse und wir kämpften nicht gegen ihn an sondern ließen ihn einfach wuchern. In der schönen Jahreszeit sah das sogar sehr dekorativ aus und der Boden war an diesen Stellen schön grün und nicht nackt.
Der Waldgarten wurde dennoch nicht völlig sich selbst überlassen, damit er nicht zum undurchdringlichen Dickicht geriet. Es war stets mit Spannung zu beobachten, was sich von Jahr zu Jahr an natürlichen Veränderungen so zeigte ...


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Im Herbst 2012 verließen wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge den Waldgarten und beackern nunmehr einen ca. 400 qm großen oder kleinen Garten - ebenfalls in Südost-Niedersachsen (auf der Karte Rot-Grün!), der anfangs ziemlich kahl war, dafür aber ein Sonnengarten ist. Ich nannte ihn zunächst Petersilien-Rosengarten, aus dem ganz einfachen Grunde, weil ich Rosen ganz besonders liebe und vor allem selbst Gezogene den Garten bevölkern sollten. Und die Petersilie gab es hier in rauhen Mengen gratis, denn sie wucherte in diesem Garten an allen möglichen Stellen schon wild. Vielleicht war unser Grundstück ja einst ein Petersilienfeld?

Ob aus ihm wohl einst ein zweiter - kleinerer Waldgarten werden wird? Oder kommt es zu dem romantischen Rosengarten mit viel Kräutern und Wildpflanzen, aber auch einigen anderen Gehölzen und natürlich auch Blumen, den ich mir immer vorgestellt habe?
Zur Zeit (Oktober 2016) sieht es eher danach aus, dass aus dem Garten ein kleiner Park mit Waldanteilen entsteht. Alles andere trifft auch weiterhin zu.
Wir lassen nun die Zeit für uns arbeiten und harren der Dinge, die da passieren werden . . .                                       






Im Januar 2015 führe ich nach etwas mehr als 3 Jahren nun diesen Gartenstands-Bericht fort.

Der jetzige Garten ist auf dem Weg zum gemäßigten (Miniatur-)Waldgarten, so ähnlich wie im Buch vom Waldgarten-Prinzip beschrieben. Die Wiese wird zu einigen Teilen bleiben (wie im Waldgarten), Rosen und auch Hortensien sowie einige andere Sträucher sollen Hingucker in den Blumeninseln bilden, während der Boden rund um die Blumen und Gehölze von jeweils gleichartigen Bodendeckern bewachsen wird, wie Immergrün  Vinca minor und major sowie lange blühende Hingucker und gleichzeitig auch "Unkraut"-Unterdrücker an den Stellen, wo dieses nicht wachsen soll! Denn Unkraut gibt es streng genommen gar nicht - es sind lediglich unerwünschte wilde Pflanzen an Stellen, wo man lieber "schönere" Kulturpflanzen sieht.

Der Zaun wird von unterschiedlichen Gehölzen bestanden, wie Wildrosen, Buche, Ilex, Schneeball oder Liguster. Inzwischen - leider - auch Lorbeerkirsche (wegen des sehr schnellen Höhenwachstums. Schwierig, da eine wirkliche Alternative zu finden!) Doch ein kahler, von allen Seiten, besonders auch von der Straße her einsehbarer Garten ist ein Alptraum für jeden liebevollen Gärtner - denn ein Stückchen Abgeschiedenheit ist die Voraussetzung für Muße und Kreativität. Ständiges Gärtnern vor Publikum jedoch verdirbt jegliche sinnliche Freude am Garten!

Freebie von hier!


Efeu klettert inzwischen den Ahorn hinauf. Neue Tannen und Fichten wachsen bereits heran, sie bilden mit den schon vorhandenen Nadelgehölzen sowie einer sehr hohen Weide den Grundstock des heranreifenden Hochwaldes. Ein größerer Lebensbaum wird noch einziehen, der weiße Flieder befindet sich derzeit in Vermehrung und soll noch weitere Plätze besetzen. Trotz des künftigen Wald- und Rosengarten-Charakters gibt es sogar so mancherlei zum Naschen . . . Himbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren, bald Sauerkirschen, Äpfel, Reineclauden, dazu die vielen Kräuter, den Holunder nicht zu vergessen sowie eine Brombeere, die allerdings noch einen sonnigeren Platz bekommen wird -  und bald vielleicht doch auch noch ein kleines Hochbeet, in dem wenige Salate, vielleicht Radieschen oder auch einmal ein Kohl gedeihen ...

Am spannendsten ist es jedoch immer, wenn wie aus dem Nichts Pflanzen aufkeimen, die der Wind oder die Vögel mit sich brachten, wenn neue Pflanzengesellschaften entstehen oder gar Seltenes hervorsprießt. So manches davon darf bleiben, denn der Garten wird's schon richten ...  er liefert die Vorlage mit seiner speziellen Eigenart, den Boden- und Lichtverhältnissen an seinem einzigartigen Standort mit seinen ureigenen abiotischen Faktoren; er ist unsere ökologische Nische innerhalb unseres Habitats und soll zu einem Biotop für zahlreiche Arten werden.


wait and see ~ ~ ~






Dieses WeBlog wurde am 24. März 2010 begonnen - alle älteren Beiträge entstanden später zeitlich rückversetzt!

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