Montag, 28. Mai 2012

Buchtipp: Das Waldgarten-Prinzip - Forest Gardening


Waldgärten sind stark im Kommen - das war mir nichts Neues! Und oft finde ich seit einiger Zeit Webseiten zu diesem Thema, besonders seit ich mich mit diesem Blog beschäftige. Schließlich ist auch mir der Wald ein Herzens-Anliegen, und ich finde es wunderbar, wenn man den eigenen Wald in seinem Hausgarten verwirklichen kann.

Vor einigen Tagen erreichte mich eine Mail von Kai vom Synergia-Verlag, in der er mir ein Buch mit dem Titel "Das Waldgarten-Prinzip" vorstellte.
Kurz darauf erhielt ich ein Rezensions-Exemplar, das ich jetzt an Pfingsten im Eiltempo gelesen habe.
Ich möchte ausdrücklich betonen, daß ich diese Werbung in diesem Falle gern kostenlos mache (bis auf das Rezensions-Exemplar!) Denn in diesem besonderen Fall geht es schließlich auch um meine eigene Idee, die der Autor vertritt.



Unabhängig von diesem Buch (ich recherchiere ja sehr viel!) lese ich immer öfter von Waldgärten und Waldgarten-Träumen. Schon lange war es auch meine Idee, einmal das Für und Wider eines solchen Gartens hier im Blog zu beschreiben. Doch bis auf den kleinen Exkurs rechts in der Sidebar fand ich bislang noch nicht die Zeit und Muße hierfür. Das soll sich hiermit nun ändern.


Wo läßt es sich schöner lesen, als im Halbschatten unter der großen alten Linde hinterm Haus


Wenn wir auch wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde kamen mit unserem derzeitigen Waldgarten, so hatte ich doch schon immer einen gewissen Hang zum Wildwuchs- oder wildromantischen Garten. Ja selbst einem sehr großen Waldgarten oder Parkgarten (wie wir ihn derzeit besitzen) war ich noch nie abgeneigt.
Denn neben aller Ökologie und Biodiversität ging es mir schon immer um einen hohen Erholungswert. Diesen hat man in ganz winzigen Gärten kaum, wo sich Haus an Haus reiht, man jedes nachbarschaftliche Geräusch hören kann und alles ziemlich plan und eben bepflanzt ist  (ich spreche aus langjähriger unterschiedlicher Haus- und Gartenerfahrung!) Und dennoch ist ein kleiner Garten, der nach dem Waldgartenprinzip bepflanzt wurde, doch so viel besser als nichts!

Blick vom Niemandsland aus in den vorderen Waldgarten unmittelbar hinterm Haus

Gärten, deren  Sträucher und Hecken den Eindruck von Klein Versailles machen, waren noch nie mein Fall. Nichts gegen die großartigen Gartenanlagen des Schlosses Versailles zu sagen, jedoch einen kompletten Garten rein in dieser Form würde ich niemals haben wollen! Ich möchte die Natur spüren können, wie sie ist. Zu einem Dreiviertel muß es in meinem Garten also "wild" sein, nicht ganz wild, aber doch so, daß man möglichst noch ein wenig Obst, eventuell sogar auch Gemüse ziehen kann. Doch das sagt sich einfacher, als es umgesetzt ist. Besonders wenn man in einem Wald wie dem unsrigen mit inzwischen SEHR hohen Waldbäumen lebt, die jetzt teilweise an die 10 Meter Höhe messen!


Dennoch gedeihen bei uns Sauerkirschen, mehrere Apfelsorten, Quitten, und wenn der uralte Birnbaum nicht abgestorben wäre und inzwischen sein Leben ganz lassen mußte, gäbe es auch Birnen. Nicht zu vergessen, die Blutpflaumen im Herbst, selbst Erdbeeren hätten wir, wenn ich mich mehr darum hätte kümmern können. Und die vielen Nüsse! Von all den zahlreichen Wildpflanzen, die sich im Laufe der Zeit angesiedelt haben, einmal ganz abgesehen . . .

Auch Zucchini wurden vor Jahren am Kompost angepflanzt (als dieser Blog noch nicht existierte - ich versuche es rückversetzt nachzuposten!). Doch sagte uns ihr fast moderiger, allzu erdiger Geschmack einfach nicht zu! Eigenes Gemüse hin oder her - da muß irgendwas in unserem Kompost gewesen sein, das war einfach nur eklig!

Was ich damit sagen will - es ist nicht ganz unmöglich, in einem Waldgarten auch mit schon höheren Bäumen, Obst und Gemüse zu ziehen!
Doch wer da glaubt, man könne alles wachsen lassen - ganz wie im Wald, der irrt! Denn ein gewisses Maß an Pflege erfordert eben auch ein künstlicher Wald, der das ja ist! Ganz besonders, wenn man auch noch ernten will . . .


Apfelernte 31.8.2011 im Waldgarten


Doch der Vorrede nun genug und zum Buch - zunächst der Klappentext ...

Wäre es nicht wunderbar, man könnte in einen paradiesisch schönen Garten gehen, in welchem Verschiedenes wächst und auch lebt. Man könnte sich dort von reifen Früchten und Kräutern bedienen, Gemüse essen, Tiere beobachten, wunderschöne Seerosen und sonstige Blumen betrachten, ab und zu die Seele baumeln lassen, ohne ständig darin arbeiten und sich um die Pflanzen sorgen zu müssen?
Es viel mehr der Natur zu überlassen, die meiste Arbeit zu tun, nur ab und zu regulierend eingreifen, damit sich nur erwünschte Pflanzen ausbreiten und sich die Büsche und Bäume nicht allzu breit machen, damit der Lichteinfall nicht beeinträchtigt wird. Wäre das nicht paradiesisch schön?
Das Waldgarten-Prinzip handelt genau davon und zeigt den Weg, wie jeder, auch in kleinen Gärten, dies umsetzen.
Der Autor, Silvio Waser, spricht mir aus der Seele, und was er schreibt, hätte zu einem guten Teil von mir auch stammen können. Da geht es noch um so viel mehr, als man anhand des Titels allein ahnen würde. Ob es die drei Ebenen sind, auf denen man seinen Wald anpflanzen sollte oder wie man es schafft, ein Mikroklima zu schaffen, in dem sich auch die heimische Tierwelt wohlfühlt und die allerlei, manchmal auch seltene Pflanzen anzieht, welche Werkzeuge es für die "Garten"arbeit im Waldgarten braucht. Wildtiere und Haustiere und Rosenbögen - alles hat im Waldgarten seinen Platz. - Es geht um leicht zu handhabende Gemüse, die auch im "Wald" gedeihen oder wie man spezielle Herausforderungen im Waldgarten meistert . . . um den besonders hohen Erholungswert (der für den gestressten Mitteleuropäer von heute enorm wichtig ist) und nicht zuletzt geht es sogar um Herzen! :-) (Doch mehr wird an dieser Stelle nicht verraten!)
Ja, es geht auch um die innere Haltung, die es überhaupt erst ermöglicht, einen Garten wie diesen werden zu lassen. Von einem Seelengarten ist da auch schon mal die Rede, vom Leben und Leben lassen  . . .  Doch lasst Euch überraschen! . . .

Im Buch finden sich außerdem eine Vielzahl Bilder aus Silvio Waser's eigenem Waldgarten.


Heute im Waldgarten - das pure Vergnügen!


Weitere Links - unabhängig vom Buch:
Waldgärten anlegen
Waldgärten und Stadtgärten
Essbarer Waldgarten in Halle 
frei zugänglich
So entsteht ein Waldgarten

Die Links werden später gern erweitert, wenn jemand bspw. SEINEN Waldgarten hier verlinken möchte!

*Werbung

Kommentare:

  1. Hallo Sara! Wie genial ist denn dein Blog. Super interessant und lehrreich. Habe sofort deinen Blog als neues Lesezeichen installiert. In Gedanken gehe ich durch deinen Waldgarten...
    Grüne Grüße, Ela

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    1. Hallo liebe Ela und herzlich Willkommen hier im Waldgarten!
      Es freut mich, daß es Dir hier gefällt und morgen schaue ich gleich mal in Deinen Blog.

      Liebe Grüße
      Sara

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  2. Liebe Sara,

    ich hoffe, dass jetzt alle Interessenten das
    Buch kaufen oder leihen.

    Viel Freude wünscht dir
    Elisabeth

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    1. Das wäre doch sehr erfreulich, liebe Elisabeth!
      Gute Nacht
      Sara

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    2. von sonnenblume.Liebe Sara!Ich habe dich nicht vergessen,nein ich denke oft an dich wie es dir wohlgeht.ich weiß daß du sehr im Stress bist drum habe ich mich zurückgehalten.Deinen waldgarten blog(zumindest den Mittelteil habe ich mit bewunderung gelesen.Bei meinem Minigarten mitten in der stadt ist so was nicht möglich.Aber ich habe Waldblumen,nämlich Akelei,die samen hab ich mir aus dem wald und von gartennachbarn geholt.Ich hab ein Akeleigedicht in meinen blog gesetzt(2 Min)Wenn du kurz zeit hast sag mir deine Meinung.
      ich wünsche dir und deiner familie daß sich die Wogen bald glätten und alles nur noch besser wird.
      Deine sonnenblume

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  3. Liebe Sonneblume,
    was ist das für ein Link in Deiner Adresse?
    http://station-awardz-spot.com/?sov=124988&&id=cBlogspot
    Ich gelange auf seltsame Seiten!
    Werde das gleich noch in einem anderen Browser austesten. Ich tue es ungern, aber ich müßte diesen Kommentar löschen, weil die Adresse Deines Kommentars einen seltsamen Code enthält.

    Kannst Du das bitte auch einmal überprüfen?!
    Zu Deinem Blog jedenfalls gelange ich über den Link MyGeneration38 hier nicht.

    Was den Waldgarten in der Stadt betrifft - vielleicht solltest Du das Buch einmal lesen, denn im Prinzip kann man das auch in kleinen Gärten in der Stadt verwirklichen. Es kommt sicher drauf an, wie klein der Garten ist ...
    Danke auch für die guten Wünsche und liebe Grüße und bitte um Rückmeldung wegen der Linkadresse!
    Sara

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  4. Kein Wunder, blogspott ist nicht gleich blogspot...

    Ich mag Obstbäume und auch unterm Nussbaum sitzt es sich toll. Gemüse wird aber doch schwierig. Wenn der Garten groß genug ist, ist es wohl einfacher es an lichter Stelle anzubauen und allenfalls Schattenkräuter unter den Bäumen zu kultivieren.

    Tolle Bilder, wie hälst du das Gras kurz (also so kurz, wie auf dem Bild zu sehen)? Sieht so aus, als hättest du ziemlich viel Fläche.

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  5. Liebe Sara :)

    zuallererstmal herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar und den Hinweis auf den Gefleckten Schmalbock. Ich hab das gleich im Eintrag selbst ergänzt ..und wieder was dazugelernt dank deiner Info :)

    Einen sehr informativen und spannenden Eintrag hast du hier zum Thema Waldgarten verfaßt ... ich hab das gespannt gelesen - und dein Garten ist wirklich phänomenal! Der Erholungswert eines solchen Gartens ist mit Sicherheit enorm .. und man bietet Lebensraum für viele Arten der Tier- und Pflanzenwelt - und kann sogar noch Obst und Gemüse anbauen.

    Unser Garten ist nicht soo gross, wobei es ja gar nicht unbedingt auf die Größe ankommt - in Teilen lässt sich das sicher auch auf kleinerer Fläche verwirklichen. Bei uns ist es ein wenig auch ein Zeitproblem aufgrund Vollzeit-Arbeit und diverser anderer Verpflichtungen ..

    Mittlerweile haben wir es aber so "hingekriegt", dass vom Rasen und Gießen bzw gelegentlichem Schneiden mal abgesehen der Garten sowas wie ein "Selbstläufer" geworden ist. Und ich gebe zu ..ich mag's gern, wenn es ein bisschen wuchert. So akkurat übersichtliche "Schloss-Gärten" sind zwar hübsch anzusehen und es steckt auch bewundernswert viel Arbeit drinnen ..aber ich mag lieber das Urige ..dass die Pflanzen sich eben schön ausbreiten können.

    Ich schick dir ganz liebe Grüße und Wünsche :)

    Ocean

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    1. Liebe Ocean,
      freut mich sehr, wenn ich Dir weiterhelfen konnte. Es gibt ja so unendlich viele Käfer, eine der artenreichsten Tierarten überhaupt, das soll selbst für Käferkundler/Coleopteristen nicht immer ganz einfach sein.

      Ja, ich mag ja im Grunde große Gärten und finde speziell was die Größe in unserem jetzigen Garten betrifft, den Erholungswert tatsächlich enorm. Aber auf der anderen Seite steht die Arbeit und die Zeit und wir werden leider auch nicht jünger. ;-) Vieles ändert sich im Leben und die Aufgaben werden nicht weniger sondern eher mehr. Auch deshalb wäre es auf Dauer für uns hier nicht machbar, es sei denn mit einem Gärtner. Aber das ist ein Thema für sich.... ;-)

      Letztendlich freu' ich mich auch, wenn ich einen etwas kleineren Garten dafür aber regelmäßig und stressfrei bewirtschaften kann und da alles im Griff habe, was hier nicht mehr der Fall ist. Zum Beispiel schaffe ich es nie, den vielen Ahorn zu beseitigen, die unzähligen Sämlinge ... und das gehört doch auch dazu.

      Deinen Garten muß ich mir unbedingt einmal anschauen, wenn Du ihn im Blog zeigst. Hört sich ganz so an, daß ich ihn auch mögen würde.

      Ja, diese Schloss-Gärten, die ich gern "Klein Versailles" nenne :-) können schon schön ausschauen, doch die Arbeit ist das Eine und mir wär' ein Garten, der insgesamt so daherkommt doch zu wenig natürlich. Ich brauch' immer so ein kleines verwunschenes Refugium, ein wenig wild-romantisch ... doch eine kleine Ecke für Klein-Versailles könnte ich mir durchaus vorstellen ...

      Liebe Grüße
      Sara

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  6. Ja, das Buch klingt spannend! Und neben den 3 Büchern, die ich im letzten Sommer dann doch noch nicht zum Thema Borreliose gelesen habe, werde ich mir für die schönen Sommertage des Jahres in unserem Schattengarten, wo ich dann ohne Laptop sitze, das Buch besorgen ...

    Aber neugierig bin ich ja doch schon jetzt, ob meine kleinen Gartenfeinde dort auch Erwähnung finden!? Denn leider wird das Problem ja gern ausgespart, wenn es um naturnahe Gärten geht. Oder wird dort nach dem Prinzip leben und leben lassen dagegen nichts unternommen und es wird sich nur über putzige Igel & Mäuschen gefreut? Das würde ich inzwischen sehr schade finden.
    LG Silke

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    1. Liebe Silke,
      Leider kann ich das hier ja nun nicht verraten. Ich find's jedenfalls auch mehr als wichtig, auch diese Seite zu behandeln. Denn ein Garten ist nicht nur "Traum" und easy work. Aber ich denke, der Autor hat da eine ganz gute Lösung gefunden.

      Liebe Grüße
      Sara

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    2. Inzwischen habe ich das Inhaltsverzeichnis des Buches gesehen: Mulchen wird sicherlich positiv betrachtet. Und das Thema Schnecken hat ja sogar auch ein eigenes Kapitel. Vermutlich werden dann auch noch ein paar andere Schädlinge behandelt, die den Anbau vermiesen können. Aber dafür gibt es zum Glück meist Nützlinge. Ich gehe davon aus, dass das andere Thema, dass in Zukunft die Gartengestaltung wirklich verändern kann zu komplex und unangenehm für das Buch ist ;-)

      Heute unser Garten jedenfalls so vom Nachtregen durchfeuchtet, dass ich nur die Freiflächen aufsuchen werde. Gut, dass ich gestern meine Wickenhecke im Vorgarten hochgebunden habe :-)
      LG Silke

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  7. Liebe Sara, ein Waldgarten kann sicher etwas sehr Schönes sein, aber ich möchte keine 10m hohen Bäume mehr im Garten haben. An den sonnigsten Tagen lag unser Haus im Schatten und im Herbst wussten wir nicht wohin wir mit dem vielen Laub sollten. Allerdings kann ich einem Garten im Stil von Klein-Versailles auch nichts abgewinnen und würde mir so etwas auch nicht anlegen.

    lg kathrin

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    1. Ich auch nicht, liebe Kathrin. Aber bei uns hat es sich seinerhzeit so ergeben und wir mußten halt damit leben. Aber bis zu 3 m Höhe hätte ich nichts dagegen einzuwenden. Ich würde auch zum Beispiel keine Ahorne mehr haben wollen, sie versamen sich unheimlich. - Dennoch habe ich unseren Waldgarten lieben gelernt!

      Was das viele Laub betrifft, das haben wir in Riesen-Planen abtransportiert, das ist effektive Arbeitserleichterung. Mit einer Schubkarre läuft man da ein paar Hundert Mal, das muß wirklich nicht sein.

      "Klein Versailles" könnte ich mir in einem abgetrennten Areal innerhalb eines großen Gartens durchaus vorstellen. Das dürfte aber bei mir nur eine im Verhältnis kleine Fläche einnehmen. Denn ausschließlich so etwas wäre mir zu unnatürlich. Aber zum Lustwandeln und mit einem schönen Sitzplatz am Springbrunnen dort - warum nicht! :-) Doch diese Frage stellt sich für uns derzeit gar nicht.

      Liebe Grüße
      Sara

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